Kontowechsel

Wechsel des Girokontos spart bis zu 200 Euro im Jahr
Berlin (dpa/tmn) - Ein Wechsel ihrer wichtigsten Bankverbindung ist vielen Kunden zu mühsam. Denn beim Umzug des Girokontos müssen Daueraufträge für Miete, Wasser und Strom gekündigt und neu eingerichtet werden.
«Viele Kunden hierzulande sind ihrer Bank übermäßig treu, weil ihnen der Wechsel zu aufwendig erscheint», sagt Josephine Holzhäuser, Referentin für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Dabei gibt es keine formalen Hürden: «Ein Girokonto ist durch den Kunden jederzeit kündbar.» Gebühren oder Fristen dürfen bei der Löschung eines Kontos nicht erhoben werden. Und Kunden können laut der Stiftung Warentest in Berlin mit einem Wechsel viel Geld sparen. Auf Wunsch erledigt die Auflösung heute auch die künftige Bank.
Doch die Angst vor fehlerhaften Buchungen und Kosten nach einem Wechsel ist groß. Mit einem «Wechselservice» versuchen heute zahlreiche Institute, den Kunden einen Umzug zu ihnen schmackhaft zu machen. Der Umfang der Hilfsbereitschaft fällt aber unterschiedlich aus. In den Service-Rubriken auf der Homepage von Internetbanken zum Beispiel finden sich häufig Checklisten für den Bankwechsel. Hilfreich sind Musterschreiben, die nur noch ergänzt, ausgedruckt und abgeschickt werden müssen.
Mehr Service bekommen Neukunden bei Filialbanken. Bei ihnen wird mitunter angeboten, dass der Berater die Kundenunterlagen durchforstet, die notwendigen Schreiben aufsetzt, sie verschickt und auch noch die Portokosten übernimmt. Selbst dann klappt ein Wechsel aber nicht immer reibungslos: «Es kommt vor, dass dem Kündigungswunsch nur verzögert nachgekommen wird oder er ganz untergeht», sagt Katrin Upmeier, Leiterin der Kundenbeschwerdestelle beim Bundesverband deutscher Banken in Berlin. In solchen Fällen können Kunden sich kostenlos an den Schlichter des zuständigen Bankenverbands wenden.
Liegt der Fehler bei der bisherigen Bank, löse sich der Fall meist schon zu diesem Zeitpunkt. Ein paar Tage Bearbeitungszeit sollte den Instituten aber eingeräumt werden. Ein Übergang sollte erst recht kein Problem sein, wenn Kunden langfristig planen und das bisherige Girokonto parallel zum neu eröffneten noch eine Weile weiter laufen lassen - bis zu drei Monate sind sinnvoll, rät Josephine Holzhäuser.
Ist der Unterschied zu einem günstigeren Institut gering und der Kunde insgesamt zufrieden, sollte daher besser über eine Gebührensenkung verhandelt werden. «Manchmal reicht es schon, die eigene Kündigungsbereitschaft zu signalisieren, um bessere Konditionen zu erhalten», rät Heike Nicodemus von der Stiftung Warentest. Denn auch ein Tarifwechsel kann Vorteile bringen - und dann ist die neue Bank vielleicht die alte.
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